31.03.2026
Newsroom Europe 2026 kicks off in Berlin
Die EAB brachte gemeinsam mit dem Goethe-Institut Nikosia, dem European Movement Ireland und dem Medienpartner Treffpunkt Europa jeweils sechs Teilnehmer:innen aus Deutschland, Zypern und Irland zusammen – junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die in den kommenden Monaten die EU-Ratspräsidentschaften ihrer Länder journalistisch begleiten und auf Treffpunkt Europa darüber berichten werden.

In einer Zeit, in der die regelbasierte Welordnung unter Druck gerät, soziale Spaltung zunimmt und Grundwerte durch Populismus und Nationalismus herausgefordert werden, braucht es junge Menschen, die nicht nur zuschauen, sondern informiert berichten, kritisch einordnen und öffentlich Stellung beziehen.
Genau hier setzt „Newsroom Europe 2026″ an. Das Projekt schult junge Menschen aus Deutschland, Zypern und Irland in kritischer Medienberichterstattung, vermittelt fundiertes Wissen über europäische Entscheidungsprozesse – insbesondere über die Funktionsweise einer EU-Ratspräsidentschaft – und stärkt das Bewusstsein für gemeinsame Werte wie Meinungsfreiheit, Demokratie, Toleranz und Menschenrechte. Wie berichtet man über Europa für ein europäisches Publikum? Wie entlarvt man Desinformation? Und was bedeutet eine Ratspräsidentschaft konkret für die Länder, die sie innehaben? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Kick-Off-Seminars, das vom 22. bis 27. März 2026 in Berlin stattfand.
Von der Idee zum Artikel: Medientraining und Redaktionsarbeit
Die Woche in Berlin startete mit praxisnahen Medientrainings der Treffpunkt-Europa-Redaktion. Von der Themenfindung über Brainstorming bis zur angeleiteten Arbeit in trinationalen Redaktionsteams lernten die Teilnehmer:innen, wie Journalismus funktioniert – und wie man komplexe EU-Themen für unterschiedliche Zielgruppen aufbereitet. Die Redaktionsteams, die sich in Berlin erstmals persönlich begegneten, werden über das gesamte Jahr hinweg gemeinsam Artikel zu den Prioritäten der zyprischen und irischen Ratspräsidentschaft verfassen und so eine transnationale, organische Reichweite aufbauen.
Europa hautnah: Simulationsspiel und Institutionenbesuche
Ein zentrales Format der Woche war das Simulationsspiel zum EU-Ministerrat, das Frank Burgdörfer von polyspektiv leitete. Die Teilnehmer:innen schlüpften in die Rollen verschiedener EU-Mitgliedsstaaten und verhandelten über Sicherheitsgarantien für die Ukraine – ein Format, das europäische Entscheidungsprozesse erfahrbar macht und gleichzeitig unmittelbar journalistischen Stoff lieferte.
Im Europäischen Haus Berlin, im Bundespresseamt und bei POLITICO trafen die Teilnehmer:innen auf Expert:innen und Journalist:innen, die aus ihrem Alltag an der Schnittstelle von europäischer Politik und Öffentlichkeit berichteten. In der irischen und der zyprischen Botschaft sprachen sie direkt mit Diplomat:innen über die konkreten Prioritäten und Herausforderungen der beiden EU-Ratspräsidentschaften 2026 – ein seltener Einblick in die Arbeit hinter den Kulissen europäischer Politik.
Desinformation als Thema und Herausforderung
Einen eigenen Schwerpunkt bildete das Thema Desinformation. Johanna Fölkel, Autorin und Expertin auf diesem Gebiet, diskutierte mit den Teilnehmer:innen, wie staatliche und nichtstaatliche Akteure Falschinformationen verbreiten – und welche Verantwortung Journalist:innen tragen, faktenbasiert und kritisch dagegenzuhalten. Ergänzt wurde die Woche durch einen politisch-historischen Stadtspaziergang durch Berlin, der die europäische Dimension der deutschen Hauptstadt sichtbar machte.
Ein Netzwerk für Europas Zukunft
„Newsroom Europe 2026″ ist Teil eines langfristigen Ziels: ein europäisches Netzwerk junger Menschen aufzubauen, die die Debatte über die Zukunft Europas über nationale Mediengrenzen hinaus führen. Das Berliner Kick-Off war der Auftakt – weitere persönliche Treffen folgen im Mai und Oktober. Das Projekt begleitet die Teilnehmer:innen das gesamte Jahr 2026.
Ein herzlicher Dank gilt unseren Kooperationspartner:innen Goethe-Institut Nikosia, European Movement Ireland und Treffpunkt Europa sowie allen Expert:innen und Institutionen, die die Woche mit ihren Impulsen bereichert haben.






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