Wer Europa buchstabiert, kommt an der Achse Berlin–Warschau nicht vorbei: Sicherheit, Wirtschaft, Migration – kaum eine Frage lässt sich zwischen beiden Hauptstädten noch getrennt denken. Gestern Abend wurde das 35. Jubiläum der Städtepartnerschaft gefeiert: mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, Jan Tombiński, Geschäftsträger a. i. der Republik Polen, Peter Oliver Loew vom Deutschen Polen-Institut und Katarzyna Sitko vom Polnischen Institut Berlin. Während drinnen über Nachbarschaft gesprochen wurde, schob sich draußen der Mond vor die Sonne: 85 Prozent Bedeckung, Höhepunkt um 20:08 Uhr. Seltenes Licht für einen seltenen Anlass.

Fast beiläufig ist in diesen Tagen unser Jubiläumsprojekt angelaufen: Der Kulturzug wird jetzt bei der Buchung der Fahrten bei der Deutschen Bahn angezeigt. Vom 24. September bis 10. Oktober fährt er in acht Sonderfahrten als eigener Waggon im EuroCity von Berlin über Poznań nach Warszawa, mit über 30 Veranstaltungen an Bord. Möglich gemacht haben das das Land Berlin, das Deutsche Polen-Institut, die Lotto-Stiftung Berlin und das Bundesministerium für Verkehr.

Dass die Route über Poznań führt, ist kein Umweg, sondern Programm: 20 Jahre Oder-Partnerschaft lassen sich schlecht überfliegen. Städtepartnerschaften leben nicht von Urkunden, sondern davon, dass Menschen hinfahren und unterwegs ins Gespräch kommen.

Fahrplan und Programm: eab-berlin.eu/kulturzug. Wer mitfahren möchte, braucht nur ein Ticket – der Eintritt an Bord ist frei.

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„Ich mag den Gedanken, dass sich Nachbarschaft irgendwann in einem Buchungssystem niederschlägt. Über Europa zu reden ist wichtig; einsteigen zu können ist konkreter. Dass der Zug in Poznań hält, ist mir dabei fast das Liebste – Europa entsteht selten in Hauptstädten allein.“

Dr. Christian Johann, Direktor der Europäischen Akademie Berlin