15 Schüler:innen von vier Förderschulen waren als Preisträger:innen des Europäischen Wettbewerbs zu Gast in der Europäischen Akademie Berlin. Möglich gemacht hat das der Sonderpreis Würth „Vielfalt vereint“. Über vier Tage lang erlebten die Jugendlichen europäische Politik aus nächster Nähe, brachten ihre eigenen Perspektiven ein und machten eine klare Erfahrung: Ihre Stimme zählt.

Seit 2023 vergibt die Stiftung Würth im Rahmen des Europäischen Wettbewerbs, ausgerichtet von der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD), den Reisepreis „Vielfalt vereint“. Er richtet sich an junge Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Diese Jugendlichen sind in der politischen Bildung oft unterrepräsentiert, und ihre Sichtweisen auf Europa finden selten Gehör. Der Preis setzt hier bewusst an. Er würdigt ihre Leistungen im Wettbewerb und eröffnet ihnen einen Zugang zu politischer Teilhabe, der für viele andere selbstverständlich ist.

In diesem Jahr kamen Gruppen von der Albert-Schweitzer-Schule Schwerin (MV), der Jakob-Reeb-Schule Landau (RP), der Pestalozzischule Zeitz (ST) und der Schule am Heidetor Zerbst (ST) nach Berlin.

Ein Lernraum, der Vertrauen schafft

Wir haben das Programm so gestaltet, dass alle Jugendlichen mitmachen konnten, unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen. In kleinen Gruppen, mit interaktiven und spielerischen Methoden und mit genügend Zeit näherten sich die Schüler:innen Fragen, die oft abstrakt wirken: Wie werden politische Entscheidungen getroffen? Wie wollen wir in Zukunft in Europa leben?

Dabei standen ihre eigenen Erfahrungen im Mittelpunkt. Die Jugendlichen merkten schnell, dass europäische Politik und Demokratie keine fernen Themen sind. Sie betreffen ihren Alltag, und sie selbst können mitreden. Gerade diese Erfahrung, ernst genommen zu werden und etwas bewirken zu können, ist ein Kern dieses Programms.

Politik & Geschichte vor Ort erleben

Besuche im Abgeordnetenhaus von Berlin, im Deutschen Bundestag und im Europäischen Haus machten die verschiedenen politischen Ebenen greifbar. In Gesprächen und Rundgängen sahen die Jugendlichen, wie Politik auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene entsteht und wie eng diese Ebenen zusammenhängen.

Ein besonderer Höhepunkt war die Foto-Challenge an der East Side Gallery. Auf kreativ-künstlerische Weise näherten sich die Jugendlichen dort der Geschichte der Berliner Mauer: Sie betrachteten die Wandbilder genau, stellten Motive nach und traten mit den Kunstwerken in Interaktion. Dabei entstanden nicht nur viele fantasievolle Fotos, sondern auch jede Menge Spaß. Gleichzeitig regte die Challenge zum Nachdenken an. Wie war es, in einer geteilten Stadt zu leben? Wie wäre das heute? Umso bewusster wurde den Jugendlichen, welchen Wert es hat, dass Deutschland nicht mehr geteilt ist und wir uns in Europa frei bewegen können, ohne Grenzen, die Menschen voneinander trennen.

Begegnung, die stärkt

Besonders wertvoll war das Zusammentreffen der vier Schulgruppen. Jugendliche aus Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt tauschten sich aus, entdeckten Gemeinsamkeiten und schlossen neue Kontakte, untereinander und mit den Referent:innen.

„Demokratie lebt davon, dass alle Stimmen gehört werden. Der Sonderpreis Würth macht Stimmen hörbar, die sonst oft übergangen werden, und das ist ein Gewinn für uns alle“, sagt Sofia Eleftheriadi-Zacharaki, Studienleiterin an der Europäischen Akademie Berlin.

Solche Erfahrungen zeigen, was Inklusion in der politischen Bildung bedeuten kann: nicht nur dabei sein dürfen, sondern mit den eigenen Fähigkeiten und Perspektiven selbstverständlich dazugehören

Dank

Wir danken der Stiftung Würth und ihrem Vorstandsvorsitzenden Uli Roth für ihr langjähriges und verlässliches Engagement. Mit diesem Preis setzt die Stiftung ein deutliches Zeichen für Vielfalt und gleiche Chancen in Europa. Ebenso danken wir der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (Lotto-Stiftung Berlin) für ihre Förderung, die dieses Projekt mit ermöglicht hat. Unser Dank gilt ebenso dem Team der Europäischen Bewegung Deutschland und des Europäischen Wettbewerbs, insbesondere Maria Herwig und Enno Cordes, für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Herzlich danken wir auch den Schulen und Lehrkräften, die die Reise mit vorbereitet und begleitet haben, und vor allem den Jugendlichen, die diese Tage mit ihren Ideen, Fragen und ihrer Neugier gefüllt haben.

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