Die Macht der Allianzen – und weitere CPR-Erfolgsfaktoren

Demokratie braucht Verbündete

Unternehmen, die schweigen, wenn die Spielregeln des Marktes erodieren, schützen keine Neutralität. Sie verlieren sie. Das CPR Forum 2026 versammelt rund 50 handverlesene Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, um genau diese Einsicht in konkrete Handlungsstrategien zu übersetzen – unter dem Dach eines Konzepts, das seit einem Jahrzehnt an Relevanz gewinnt: Corporate Political Responsibility.

Was ist Corporate Political Responsibility?

Das Konzept der Corporate Political Responsibility (CPR) hat BOHNEN Public Affairs vor rund zehn Jahren in die Debatte über Unternehmensverantwortung eingeführt. Der Kerngedanke ist so einfach wie folgenreich: Unternehmen verfügen über Ressourcen, Reichweite und Reputation, die sie systematisch zum Wohl der Demokratie einbringen können – und die, wenn sie es tun, auch ihr Geschäftsumfeld und ihre Marke stärken.

CPR ist damit keine Philanthropie und kein Lobbyismus im klassischen Sinne. Es ist die strategische Entscheidung, die politischen Voraussetzungen des eigenen Erfolgs aktiv mitzugestalten, statt sie als gegeben vorauszusetzen.

Zum dritten Mal – und aktueller denn je

Das CPR Forum findet 2026 zum dritten Mal statt. Angesichts wachsender autoritärer Bedrohungen, schwindender institutioneller Selbstverständlichkeiten und einer zunehmend polarisierten Öffentlichkeit stellt sich die Frage nach unternehmerischer Demokratieverantwortung mit neuer Dringlichkeit.

Welche Bündnisse können Unternehmen schmieden, um die politischen Grundlagen ihrer langfristigen Erträge zu schützen? Welchen Mentalitätswandel braucht es dafür in Führungsetagen und Aufsichtsräten? Und wo liegen die praktischen Hebel – jenseits von Sonntagsreden –, um wirklich ins Handeln zu kommen? Diesen Fragen widmet sich das Forum in konzentrierter, dialogischer Form.

Programm

Das Forum beginnt um 12:00 Uhr mit einem gemeinsamen Mittagessen und endet mit einem Get-together und Flying Dinner ab 18:30 Uhr. Der Nachmittag ist inhaltlich in zwei große Blöcke gegliedert, die jeweils einen eigenen Zugang zum Thema eröffnen.

Keynote: Lobbyismus für die Demokratie

Den Auftakt setzt Eckart von Klaeden, Vice President und Head of External Affairs bei Mercedes-Benz, mit einer Keynote zur Frage, wie politische Einflussnahme im Dienst demokratischer Werte aussehen kann – und wo die Grenzen traditionellen Lobbyismus-Verständnisses liegen.

Impuls: Empirische Befunde zur Unternehmenshaltung

Rebekka Vollmer von der Bertelsmann Stiftung präsentiert Vorabergebnisse einer empirischen Studie zu Haltung und Zurückhaltung von Unternehmen in der Demokratie. Zwischen Engagement und institutioneller Vorsicht liegt oft mehr als ein strategisches Kalkül – es liegt eine Frage der Unternehmenskultur.

Panel 1: Verstehen – mentale Voraussetzungen für CPR

Was hindert Unternehmen daran, politisch Verantwortung zu übernehmen? Der erste Gesprächsblock fragt nach den mentalen Barrieren: dem Neutralitätsmythos, dem ungeklärten Business Case, dem Unbehagen gegenüber parteipolitischen Zuschreibungen. Auf dem Podium diskutieren Dr. Jana Puglierin (European Council on Foreign Relations), Sylvia Pfefferkorn (Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen), Dr. Moritz Kilger (Deloitte) und Dr. Volker Ullrich (Bundeszentrale für politische Bildung).

Impuls: Unternehmensgeschichte als Gestaltungsauftrag

Tim Arnold de Almeida, Global Head of Public Affairs & Governmental Relations bei Henkel, zeigt am Beispiel eines Unternehmens mit langer Geschichte, wie historische Verantwortung in gegenwärtige Handlungsmaximen übersetzt werden kann.

Panel 2: Handeln – praktische Ansatzpunkte für CPR

Der zweite Gesprächsblock verlässt die Diagnose und fragt nach konkreten Hebeln: Allianzen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, die Rolle von Aufsichts- und Betriebsräten, CEO Activism, politische Weiterbildung für Mitarbeitende und die Aktivierung des Stakeholderumfelds. Claudia Oeking (Airbus), Regine Kreitz (Table.Briefings / Bundesverband der Kommunikatoren), Anne-Kathrin Laufmann (Werder Bremen), Thomas Fischer (DGB) und Carsten Rogge-Strang (AGV Banken) bringen Perspektiven aus Industrie, Gewerkschaft, Sport und Medien zusammen.

CPR-Perspektive Europa

Den Abschluss des inhaltlichen Programms bildet ein Gespräch zwischen Dr. Christian Johann, Direktor der Europäischen Akademie Berlin, und Bernd Hüttemann, Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland. Im Mittelpunkt steht die europäische Dimension: Welche Rolle können Unternehmen bei der Stärkung demokratischer Strukturen jenseits des Nationalstaats spielen?

Speaker und Panelist:innen

Das Forum vereint Stimmen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und politischer Bildung. Zur Runde gehören Eckart von Klaeden (Mercedes-Benz), Dr. Jana Puglierin (ECFR), Claudia Oeking (Airbus), Sylvia Pfefferkorn (Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen), Thomas Fischer (DGB), Anne-Kathrin Laufmann (Werder Bremen), Dr. Moritz Kilger (Deloitte), Carsten Rogge-Strang (AGV Banken), Dr. Volker Ullrich (Bundeszentrale für politische Bildung), Regine Kreitz (Table.Briefings / BdKom), Tim Arnold de Almeida (Henkel), Rebekka Vollmer (Bertelsmann Stiftung) sowie Dr. Christian Johann (Europäische Akademie Berlin) und Bernd Hüttemann (Europäische Bewegung Deutschland).

Gastgeberin: Europäische Akademie Berlin

Die Europäische Akademie Berlin ist seit 1963 ein Ort für europäische politische Bildung, transnationalen Dialog und zivilgesellschaftliches Engagement. Ihr Haus in Berlin-Grunewald – ruhig gelegen, inhaltlich gut eingespielt auf das Format konzentrierter Fachdialoge – bietet dem CPR Forum den passenden Rahmen: kein Kongresszentrum, sondern ein Gesprächshaus.

Das Forum findet im Rahmen des Projekts Europabrücke Berlin statt, das die EAB als Verbindungsort zwischen europäischer Idee und konkretem stadtgesellschaftlichem Handeln positioniert.

Unterstützt von

Das CPR Forum 2026 wird unterstützt von der Gemeinnützigen Hertie Stiftung und Deloitte. Veranstalter ist BOHNEN Public Affairs in Kooperation mit der Europäischen Akademie Berlin.

Anmeldung

Die Teilnahme am CPR Forum 2026 ist leider ausgebucht. Für Informationen zu künftigen Formaten und zum CPR-Konzept wenden Sie sich an BOHNEN Public Affairs unter info@bohnen-pa.com oder besuchen Sie www.corporate-political-responsibility.org.

Details

Datum

05.06.2026

Adresse

Europäische Akademie Berlin

Bismarckallee 46/48

14193 Berlin

eab@eab-berlin.eu

030 895951-10

Mehr Informationen

Projekt

Europabrücke Berlin

Das Projekt Europabrücke Berlin fördert Demokratie-, Europa- und Medienkompetenz durch Workshops, Diskussionen und internationale Begegnungen. Mit über 60 Jahren Erfahrung schafft die EAB ein lebendiges Netzwerk für Austausch, Partizipation und Bildung – für ein Europa, das erlebbar wird.

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