Baladiya – neue Wege in der Stadtentwicklung

Eine Stadt? Das ist viel mehr als Steine, Asphalt und Beton. Städte sind entscheidende Akteure für den Klima- und Umweltschutz. Sie sind Inkubator für die Entwicklung innovativer Ideen. Und sie sind die Arenen, in denen die Bürger unmittelbar erleben können, was Mitsprache und Demokratie bedeuten.

2013 hat die Robert Bosch Stiftung deshalb das Projekt Baladiya – neue Wege in der Stadtentwicklung ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie Berlin e.V. sowie dem Vorhaben CoMun der GIZ (Gesellschaft für Internationale Beziehungen) konnten bis Ende 2019 insgesamt 92 Stadtplaner, Architekten, Verwaltungsbeamte und Universitätsmitarbeiter aus Marokko, Tunesien und Algerien nach Deutschland eingeladen werden, um sich hier mit Fachkollegen auszutauschen und zu vernetzen: Wie funktioniert die Mülltrennung in Deutschland? Welche Anreize gibt es für energieeffizientes Bauen? Was versteht man unter integrierter Stadtplanung? Und was hat es mit der Bürgerpartizipation in der Stadtentwicklung auf sich?

Die Themen der mehrwöchigen Präsenzmodule in Berlin wurden von den Teilnehmern mitbestimmt – und sämtliche Diskussionen, Vorträgen, Besichtigungen, Exkursionen und Kompetenztrainings mit insgesamt 500 Referenten fanden in französischer Sprache statt. Tagungsort war in der Regel die Europäische Akademie Berlin e.V. Exkursionen wurden nach Berlin und in andere Städte wie z.B. Braunschweig, Freiburg, Frankfurt/Oder, Görlitz, Leipzig, Potsdam, Stralsund, Stuttgart und Wolfsburg organisiert.

Dank einer Medienpartnerschaft mit der taz.die tageszeitung war es möglich, regelmäßig zu öffentlichen Diskussionsabenden ins taz-café einzuladen und gemeinsam mit den nordafrikanischen Teilnehmern über Themen zu diskutieren, die auch in Berlin derzeit hohe Wellen schlagen: Von klimaneutralen Mobilitätskonzepten über die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum bis hin zur Vermeidung von Plastikmüll gab es viel zu debattieren.

Schließlich hatten die Teilnehmer im Rahmen des Programms auch die Möglichkeit, in individuell organisierten mehrtägigen Hospitationen den Arbeitsalltag in deutschen Stadtverwaltungen (u.a. München, Köln, Marburg, Wolfsburg, Stralsund, Rostock, Bamberg, Potsdam, Frankfurt/Oder) vertieft kennenzulernen.

Das Projekt läuft zum 31. Dezember 2019 aus.

Ansprechpartnerin

Ilona Rathert

Senior Project Manager